Thema Schnabelverletzung: kommt doch ab und zu mal vor.

Unter dem Schnabelhorn liegt ein Knochen versteckt, der mit sehr aktivem Gewebe umhüllt ist. Von innen nach außen schiebt sich Schicht um Schicht des Schnabelhorns nach, somit wächst der Schnabel bei gesunden Vögeln zeitlebens nach – etwa wie bei uns die Fingernägel. Die Wachstumszone ist stark durchblutet und mit Nerven durchsetzt. Werden der Knochen und die Wachstumszone durch einen Bruch oder eine andere Verletzung geschädigt, kann dies für den betroffenen Vogel  schlimme Folgen haben. Schnabelverletzungen bluten oft sehr stark und verursachen starke Schmerzen.

Die Blutung kann man mit blutstillender Watte aus der Apotheke stoppen oder falls man das nicht zur Hand hat mit Spinnweben.

Homöopathische Unterstützung für die Heilung –
Calcium phosphoricum D 3, 2 x täglich eine Tablette. In der zweiten Woche Natrium muriaticum D 3 hinzufügen, um den neugebildeten Kalkanteil zu festigen. In der dritten Woche wird zur Hornbildung Silicea D 3 dazugegeben.

Die Fütterung sollte in der Zeit möglichst nur weich sein – zB. Kükenstarter eingeweicht, gerne auch mal ein gekochtes Ei oder Rührei mit Kräutern und Karotten kleingehackt.

Der Schnabel hat außer der Nahrungsaufnahme weitere wichtige Funktionen: die Beschaffenheit des möglichen Futters kann damit wahrgenommen werden und auch die Temperatur. Kauen können die Hühner mit dem Schnabel allerdings nicht. Dafür ist der Verdauungsapparat, bestehend aus mehreren Mägen, zuständig. Die durch den Schnabel aufgenommene Nahrung gelangt von dort zuerst in den Kropf, wo das Einweichen des Futters stattfindet. Weiter geht es in den Drüsenmagen, der für die Vorverdauung verantwortlich ist. Die restliche Arbeit übernimmt der Muskelmagen, indem er mithilfe kleiner Steinchen die Nahrung endgültig zerkleinert.

Beim Trinken dient der Schnabel als Schöpfkelle. Dabei führt das Huhn den Schnabel ins Wasser und legt dann den Kopf in den Nacken, so dass das Wasser  die Kehle hinunter rinnt.

Für die Reinigung, Ordnung und das Einfetten des Gefieders ist der Schnabel ebenso wichtig. Jede einzelne Feder wird in den Schnabel genommen und der Länge nach hindurchgezogen.

Ebenso dienlich ist der Schnabel für die Hackordnung. Beim Kampf kann ein Huhn durchaus kräftig damit zubeißen (hacken).

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Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von unserem Vereinsmitglied Maria Scheufler zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!